Mittelständische Unternehmen finanzieren ihre Digitalisierung fast vollständig aus eigenen Mitteln. 88 Prozent der Ausgaben stammen aus Cashflow, Rücklagen oder Barreserven, lediglich 8 Prozent aus Bankkrediten. Bei Maschinen, Anlagen und Gebäuden sieht der Finanzierungsmix deutlich breiter aus: Hier tragen interne Mittel 51 Prozent, Bankkredite 32 Prozent. Das zeigt eine Erhebung von KfW Research.
Der Unterschied bleibt auch bei Unternehmen mit ähnlicher Größe, Bonität und vergleichbarem Projektvolumen bestehen. Digitalvorhaben erhalten im Durchschnitt einen um 7 Prozentpunkte geringeren Kreditanteil als Sachinvestitionen.
Ein wesentlicher Grund liegt in den Projektinhalten. Ausgaben für Software, Daten, Qualifizierung und neue Abläufe schaffen kaum Vermögenswerte, die Banken als Sicherheit nutzen können. Ihr wirtschaftlicher Beitrag lässt sich zudem schwerer vorab bewerten als der Nutzen einer Maschine.
Unternehmen können den Zugang zu Finanzierung verbessern, wenn sie Digitalprojekte konsequent aus der Wertschöpfung heraus planen. Der Business Case sollte Effekte auf Prozesskosten, Produktivität, Umsatz, Liquidität und Working Capital beziffern. Klare Meilensteine und definierte Ergebniskennzahlen erhöhen die Transparenz für Geschäftsführung, Banken und Förderinstitute.
Größere Programme sollten in Investitionsstufen gegliedert werden. Jede Phase liefert einen messbaren Nutzen und schafft die Grundlage für den nächsten Schritt. Förderoptionen gehören bereits in die Konzeption, nicht erst an das Ende der Planung. Bislang decken Fördermittel nur 3 Prozent der Digitalisierungsausgaben.
Kontinuität zahlt sich aus: Beim digital stärksten Viertel der Unternehmen ist der Zusammenhang zwischen digitalem Kapital und Produktivität laut KfW 20-mal höher als beim schwächsten Viertel. Der Mittelstand sollte Digitalisierung daher als mehrjähriges Investitionsprogramm führen – mit frühen Resultaten, klarer Skalierungslogik und einer Finanzierung, die über den laufenden Cashflow hinausreicht.
Transformations- und Turnaround-ManagementHerausgegeben von Prof. Dr. Markus W. Exler und Prof. DDr. Mario SitumTransformation ist die grundlegende Veränderung in Unternehmen, oft verbunden mit der Stabilisierung des Geschäftsmodells oder der Digitalisierung als strategischem Werttreiber. Gerade in kritischen Zeiten sichern effektive Transformations- und Turnaroundprozesse entscheidend den Erhalt der Rendite- und Wettbewerbsfähigkeit.
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