Die Auswertung zeigt, worauf sich Unternehmen einstellen müssen: mehr Hinweise, mehr Ermittlungsanfragen, höhere Streitfallkosten und eine Datenbasis, die über E-Mails, Chats, Cloud-Dienste, verlinkte Dokumente, Kollaborationsplattformen und KI-Anwendungen verteilt ist. 87 Prozent der befragten General Counsel berichten, dass Risiko und Arbeitsaufkommen für ihre Teams immer schneller wachsen. 57 Prozent melden gestiegene Kosten bei Streitfällen und Untersuchungen.
Für die Praxis ist vor allem die Ursache relevant. 37 Prozent der Befragten nennen regulatorische oder strafrechtliche Ermittlungen als wichtigsten Treiber der wachsenden Streitfall- und Untersuchungsarbeit. Jeweils 34 Prozent verweisen auf Korruption und Wirtschaftskriminalität, Datenpannen, Auskunftsbegehren nach Datenschutzrecht und Streitigkeiten um geistiges Eigentum.33 Prozent der General Counsel berichten, dass in den vergangenen zwölf Monaten vollständig neue Rechtsgebiete in ihrer täglichen Arbeit aufgetaucht sind.
Besonders anspruchsvoll wird die Aufklärung in verteilten Datenlandschaften. 47 Prozent der befragten Rechtsabteilungen berichten neue Hürden bei Untersuchungen durch Kollaborationsplattformen, Cloud-Dienste und verlinkte Dokumente. Bei Datenschutzvorfällen liegt dieser Wert bei 51 Prozent, bei Compliance-Themen bei 50 Prozent.
Ein verlinktes Dokument ersetzt in vielen Arbeitsabläufen den früheren Anhang. Die Datei kann nach Versand weiterbearbeitet werden. Für ein Verfahren zählt daher, welche Version zu welchem Zeitpunkt verfügbar war und wer sie gesehen hat. Ähnlich wichtig werden Chatverläufe, gemeinsam bearbeitete Dateien und Inhalte aus generativer KI. Unternehmen benötigen dafür Regeln zur Aufbewahrung, Zugriffssicherung, Exportfähigkeit und forensischen Auswertung.
Auch die regulatorische Landkarte wird komplexer. 63 Prozent der Befragten verfolgen Datenschutzregeln außerhalb der USA intensiv, nach 44 Prozent im Vorjahr. Den EU AI Act beobachten inzwischen 47 Prozent, nach 35 Prozent im Vorjahr. In den qualitativen Interviews stieg der Anteil der General Counsel, die geopolitische Unsicherheit als Risikothema nennen, von 12 auf 37 Prozent.
Für Beratungsunternehmen bietet der Report mehrere Ansatzpunkte: eDiscovery, forensische Datensicherung, Compliance-Governance, Untersuchungsprozesse, KI-Datenquellen und grenzüberschreitende regulatorische Verfahren rücken enger zusammen. Die Rechtsabteilung bleibt zwar Ausgangspunkt vieler Untersuchungen. Gelöst werden die Aufgaben aber nur im Zusammenspiel mit Compliance, IT, Datenschutz, Informationssicherheit und Management.
Handbuch Interne Kontrollsysteme (IKS)von Dr. Oliver BungartzZunehmende öffentliche und regulatorische Erwartungen und Anforderungen an die unternehmerische Transparenz rücken interne Kontrollen und Risikomanagement immer stärker in den Fokus. So gewinnen Interne Kontrollsysteme (IKS) nicht nur für die klassische Finanzberichterstattung, sondern auch für die Verlässlichkeit nicht-finanzieller Informationen an Bedeutung.
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