Im zweiten Quartal 2026 lagen die preisbereinigten öffentlichen Investitionen gut 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019, die privaten dagegen mehr als zehn Prozent darunter. Zwischen 2020 und 2025 lieferten Staatskonsum und öffentliche Investitionen einen durchschnittlichen jährlichen Wachstumsbeitrag von rund 0,6 Prozentpunkten. Die private Konsum- und Investitionsnachfrage trug insgesamt praktisch nichts zum Wachstum bei.
Während Bau- und Ausrüstungsinvestitionen deutlich zurückgingen, entwickelten sich Investitionen in Forschung, Software und Datenbanken positiv. Zu berücksichtigen ist zudem, dass die IW-Zahlen auch private Wohnungsbauinvestitionen enthalten und daher nicht ausschließlich die Investitionstätigkeit der Unternehmen beschreiben. Aus den Wachstumsbeiträgen lässt sich außerdem nicht unmittelbar ableiten, welcher Wirtschaftssektor die Wertschöpfung erbracht hat. Die IW-Studie steht hier zum Download bereit.
Für die Unternehmensführung stellt sich die Frage, welche Investitionen in Deutschland wirtschaftlich sinnvoll sind und wann Auslandsstandorte Vorteile bieten. Standortvergleiche sollten neben Energie-, Personal- und Finanzierungskosten auch die Verfügbarkeit von Fachkräften, den Zugang zu Absatzmärkten, die Leistungsfähigkeit der Zulieferer und politische Risiken berücksichtigen. Bei Auslandsprojekten ist zu prüfen, ob sie deutsche Kapazitäten ersetzen, bestehende Standorte ergänzen oder neue Märkte erschließen. Die Folgen für Kosten, Produktivität und Beschäftigung müssen dabei berücksichtigt werden.
Auch die zeitliche Planung von Investitionen verlangt eine sorgfältige Prüfung. Anhand unterschiedlicher Nachfrage- und Kostenszenarien lässt sich beurteilen, welche Modernisierungen trotz unsicherer Konjunktur rentabel sind. Öffentliche Infrastrukturprogramme können neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, sollten aber erst bei verlässlichen Finanzierungs- und Umsetzungsplänen in die Kalkulation eingehen.
Triple Transformation: New Work, Digitalisierung und NachhaltigkeitHerausgegeben von Dr. Ole Wintermann und Cornelia DaheimDie Arbeitswelt erlebt einen tiefgreifenden Wandel – nicht nur durch die Digitalisierung und den Einzug der New Work-Kultur in Unternehmen und Organisationen, sondern zunehmend auch durch die Notwendigkeit, das Wirtschaften selbst nachhaltiger zu gestalten. Wie diese Veränderungen zusammenwirken und wie New Work-Prinzipien die nachhaltige und digitale Transformation beschleunigen können, beleuchtet dieser Band aus verschiedenen konzeptuellen und praktischen Perspektiven.
Ein Kaleidoskop persönlicher Einblicke und wissenschaftlicher Ansätze, wie sich die Zukunft der Arbeit und des Wirtschaftens nachhaltig ausrichten lässt. |
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