Consulting-Nachwuchs erwartet umfangreiche Weiterbildung
Erst an zweiter Stelle orientiert sich der Consulting-Nachwuchs an den Verdienstmöglichkeiten (72 Prozent), gefolgt von der Erreichbarkeit des Unternehmensstandorts (54 Prozent). Dies hat eine Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) unter Studierenden ergeben, die bereits im Rahmen ihrer Studientätigkeit bei einer studentischen Unternehmensberatung oder als Werksstudierende erste Erfahrungen im Consulting sammeln konnten.
Gesamtvergütungspaket entscheidend, nicht allein Grundgehalt
Bei den Gehaltserwartungen geht die Schere zwischen den Vorstellungen der Studierenden und den tatsächlich in der Unternehmensberatung üblichen Einstiegsgehältern teils erheblich auseinander. Die Branche mache die Erfahrung, dass junge Berufseinsteigende vermehrt mit überzogenen Gehaltsvorstellungen in den Bewerbungsprozess hineingingen, so BDU-Präsident Ralf Strehlau. Vor allem das Brutto-Grundgehalt werde nicht selten zu hoch eingeschätzt. Problem: Eine zu starke Fokussierung auf nur einen Bestandteil der Gesamtvergütung führe schnell zu Fehlannahmen. Viel aussagekräftiger sei das Gesamtpaket aus Grundgehalt, Boni und Zusatzleistungen, beispielsweise Weiterbildungsangebote, Mobilitätsbudgets und Gesundheitsförderung, resümiert der Verbandschef.Recherche zu Verdienstmöglichkeiten
Zukünftigen Consultants wird in diesem Zusammenhang geraten, sich bei der Recherche zu den Verdienstmöglichkeiten in der Unternehmensberatungsbranche auf mehrere und vor allem aussagekräftige Quellen zu stützen. Gemäß der Vergütungsstudie 2021 des BDU aus dem vergangenen Jahr kann der Consulting-Nachwuchs beim Einstieg mit Bachelorabschluss auf der Hierarchiestufe Analyst in einer kleineren Unternehmensberatung durchschnittlich mit einem Brutto-Grundgehalt von 43.000 Euro rechnen. Bei mittleren Consultingunternehmen liegt der gewichtete Mittelwert bei 47.000 Euro, bei den großen Marktteilnehmern bei 49.000 Euro. Auf der Hierarchiestufe Consultant liegen die Einstiegs-Festgehälter mit Masterabschluss je nach Größenklasse zwischen 48.000 Euro und 58.000 Euro. In der aktuellen Studierenden-Befragung hatte jeder Dritte Studierende hingegen angegeben, als Brutto-Grundgehalt mehr als 60.000 Euro zu erwarten.Im Mittelpunkt: Abwechslungsreiche Arbeit in wechselnden Projektteams
97 Prozent der Befragungsteilnehmenden können sich nach einem beendeten Studium den Start ins Berufsleben in der Consultingbranche vorstellen. Auf die Frage, was sie an einem Jobeinstieg in der Unternehmensberatungsbranche besonders reizt, bezeichneten 77 Prozent die Aussicht auf eine abwechslungsreiche Arbeit in wechselnden Projektteams als wichtigstes Kriterium. 54 Prozent sehen einen besonders hohen Stellenwert darin, Veränderungen zu bewirken und zu begleiten. Jeder zweite Studierende ist darüber hinaus der Meinung, dass die Tätigkeit im Consulting am besten zu den hohen Anforderungen an die eigene Leistung entspricht.Ins Ausland und beim Kunden vor Ort
Die aktuelle Studierenden-Befragung hat weiterhin ergeben, dass sich die Bereitschaft, für den Job ins Ausland umzuziehen, im Vergleich zur 2019 durchgeführten Befragung verdoppelt hat. Ein Grund hierfür könnten die Erfahrungen während der Corona-Pandemie sein, die unter anderem mit starken Mobilitätseinschränkungen verbunden gewesen sind. Der Einfluss eines gewissen „Nachholeffekts“ zeigt sich in dieser Hinsicht auch an anderer Stelle: Die Arbeit aus dem eigenen Unternehmensoffice und beim Kunden vor Ort wird trotz des sonstigen Trends zu vermehrten Homeoffice-Lösungen derzeit vom Nachwuchs bevorzugt. Als Vorteil wird vor allem gesehen, dass so eine bessere Anleitung und Begleitung beim Jobeinstieg möglich ist. Und: Die Rahmenbedingungen für die Beratungsarbeit aus dem Homeoffice sind häufig bei jüngeren Menschen aufgrund der Wohnverhältnisse – zum Beispiel in Wohngemeinschaften – und der technischen Ausstattung nicht ideal.Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier.
| Zur Studie: |
| Die Befragung erfolgte in Zusammenarbeit mit den beiden Dachverbänden für studentische Unternehmensberatungen, dem Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) sowie dem Junior Consultant Network im November/Dezember 2021. Insgesamt haben sich 151 Studierende mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren an der Studie beteiligt, davon waren 43 Prozent Frauen. Der überwiegende Teil der Befragten verfügt über Consulting-Erfahrung durch die Mitarbeit in einer studentischen Unternehmensberatung und/oder einem Praktikum oder Werkstudententätigkeit in einem Consultingunternehmen. |
| Consulting Autoren: Prof. Dr. Thomas Deelmann, Prof. Dr. Andreas Krämer Von den einen geliebt, von anderen gemieden: Kaum ein Berufsfeld ist gleichzeitig so gefragt und so umstritten wie Consulting. Daher braucht es Sachlichkeit und Orientierung, um die Unternehmensberatung als Profession zu entdecken, besser zu verstehen und zu gestalten.
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Nachgefragt bei Prof. Dr. Thomas Deelmann und Prof. Dr. Andreas Krämer |
28.12.2020 |
| Deelmann: „Irgendwie sind wir alle Berater.“ | |
| Kaum ein Berufsfeld polarisiert so sehr wie das der Unternehmensberatung. Prof. Dr. Thomas Deelmann und Prof. Dr. Andreas Krämer sind nicht nur in der Hochschullehre aktiv, sondern kennen die Branche als Berater-Berater wie kaum andere. mehr … | |
(ESV, uw)