Das Feuerbach-Syndrom – Versuch über die Dialektik des Scheiterns in der modernen Kunst
Zumindest bis zum Einbruch des Kunstmarkts durch die Finanzkrise im Jahr 2008 scheint der bildenden Kunst eigentlich alles zu gelingen. Kaum eine Metropole, die nicht eine Biennale oder eine Kunstmesse eröffnet. Der Markt boomt, Kunstauktionen werden mit großer Spannung verfolgt, die Medien ergötzen sich an irrwitzigen Preissteigerungen, unzählige Publikationen bringen die Kunst einem breiten Publikum näher. Bei Ausstellungen etablierter Künstler stehen die Menschen Schlange wie bei einem Popkonzert. In Städten wie Berlin, Montreal, New York oder London steigt die Künstlerdichte in den letzten zwanzig Jahren sprunghaft an, in Berlin etwa leben zur Zeit mehr als 20.000 Künstler. Modedesigner wie Marc Jacobs oder Politiker wie Gerhard Schröder umgeben sich gerne mit Künstlern, die ein Flair von Exklusivität, Unangepasstheit und experimentellem Wagemut verbreiten sollen.
Seiten 57 - 76
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