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Car Connectivity  
08.01.2015

Fährst Du noch - oder surfst Du lieber?

Mario Schulz, ESV Redaktion ConsultingBay
Mercedes-Benz F 015: Internet und Auto wachsen zusammen (© Daimler)
Car Connectivity ist neben dem Thema Big Data eines der Innovationsthemen für das Jahr 2015. Laut der Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors wird das automatisierte Fahren "the next big thing“.
Für die Automobilindustrie ist der Startschuss in das neue Jahr traditionell die North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit. Zwar findet die Messe auch in diesem Jahr vom 12. bis zum 25. Januar statt; der diesjährige Starschuss für alle Autofans fand aber bereits vorher, hunderte Kilometer südlich, in der Wüste von Nevada statt. Auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas konnte bereits die Zukunft des Automobils bestaunt werden.

Entgegen dem Mythos, das, was in Las Vegas passiert, auch in Las Vegas bleibt, sendet die CES zwei Signale in die Automobilwelt:
  • Das Internet wird integraler Bestandteil von Autos werden.
  • Autos werden in Zukunft autonom fahren.

Autos ohne Internetanschluss verlieren den Anschluss

Die Kommunikations- und Informationstechnologie verändert eine Industrie nach der anderen. In diesem Jahr, glaubt man den Marketingexperten auf der CES-Messe, ist die Automobilindustrie an der Reihe. Unter dem Schlagwort "Car Connectivity" präsentieren auch die deutschen Hersteller  BMW, Mercedes, Porsche und VW ihre Visionen für die automobile Zukunft. Die starke Präsenz der Automobilhersteller zeigt, wie wichtig das Thema Car Connectivity geworden ist.

Laut der McKinsey Studie "Connected Cars" von September 2014 werde sich der weltweite Automobilmarkt weltweit verändern. Bereits jetzt gaben bei einer repräsentativen weltweiten Umfrage 13 Prozent der Käufer an, dass ein Neufahrzeug ohne Internetanschluss für Sie nicht mehr in Betracht komme. Und nach der CES wird die Anzahl derjenigen, die auch im Auto auf die neuen Kommunikations-, Wartungs- und Unterhaltungsfeature nicht mehr verzichten wollen, weiter anwachsen.

"Car Connectivity wird die Automobilbranche stark verändern"

Laut Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung von McKinsey hat "Car Connectivity (…) das Potential, die Automobilbranche entlang aller Ertragsquellen stark zu verändern". Bis zum Jahr 2020 werde der weltweite Markt für Connectivity-Komponenten und -Dienste sich vervielfachen, von heute 30 Milliarden Euro auf dann 220 Milliarden Euro.

Die Berater von McKinsey fanden zudem heraus, dass die Wechselbereitschaft derjenigen Kunden, für die das Thema Car Connectivity wichtig, stetig zunimmt. Unter den Vielfahrern würden laut der Studie 40 Prozent die Marke wechseln, wenn die Konkurrenz ihnen bessere Car-Connectivity-Möglichkeiten biete.

Hinzu kommt, dass die Konkurrenz nicht mehr nur die klassischen Automobilhersteller sind, sondern Telekommunikations- und Internetkonzerne: Firmen, wie Apple und Google arbeiten verstärkt daran, ihre Technologien in die Autosysteme zu integrieren. CarPlay und Android Auto sind nur der Beginn einer neuen Ära.

"Die Autohersteller müssen aufpassen, dass sie die Hoheit über die digitale Revolution nicht den Internetunternehmen überlassen" sagt Dominik Wee, Partner bei McKinsey und verantwortlich für das Thema Connected Cars.

Automatisiertes Fahren: "The next big thing"

Neben dem Thema Internet spielt aber noch ein anderes Thema eine wichtige Rolle auf der CES. Laut Berylls Strategy Advisors wird das automatisierte Fahren, „the next big thing“.

Die Zahlen scheinen den Beratern von Berylls Strategy Advisors Recht zu geben. Im Zukunftsmarkt der Automobilwirtschaft China haben 88 Prozent der Käufer Interesse an dem Feature „Autonomes Fahren“. In Deutschland sind es immerhin schon 23 Prozent.

Für Christian Kleinhans, Partner bei Berylls Strategy Advisors steht daher fest, dass, wenn das autonome Fahren Realität wird, die Automobilhersteller ihr gesamtes Geschäftsmodell riskieren. "Automobilbau basiert dann nicht mehr auf Erfahrungswissen aus mehr als 125 Jahren Automobilgeschichte, sondern insbesondere darauf, das überlegene Fahrzeugbetriebssystem beziehungsweise den Fahrautomaten und dessen Vernetzung zu entwickeln – und dann die besten Partner für die Realisierung des Fahrzeugs zusammenzuschnüren. Adaptionsfähigkeit, Schnelligkeit und Netzwerkfähigkeit sind dann gefragt, nicht Fixed Asset."

Gefordert sind daher neue Kernkompetenzen, veränderte Wertschöpfungsstrukturen, gekoppelt mit Transformations-Know- how und einem neuen "Mindset" für Kundennutzen und Funktionalität voll-automatisierter und autonomer Fahrzeuge. (Quelle: McKinsey, Berylls Strategy Advisors)

Hintergrund Berylls Strategy Advisors

Berylls Strategy Advisors ist weltweit tätige und auf die Automobilindustrie spezialisierte Top-Managementberatung. Gegründet wurde das Unternehmen 2011 von erfahrenen Automotive Partnern. Die Deutschland-Dependance ist in München.

Hintergrund McKinsey & Company

McKinsey & Company ist die in Deutschland und weltweit führende Unternehmensberatung für das Topmanagement. Gegründet wurde das Unternehmen 1926 in Chicago. Seit 1964 ist McKinsey auf dem deutschen Markt vertreten. Heute beschäftigt das Unternehmen über 9000 Berater in über 100 Büros weltweit.