Flow
Der Begriff „Flow“ wurde von MIHALY CSIKSZENTMIHALYI geprägt, einem der Glücksforschung zugeneigten Psychologen. Er griff damit ein Credo des deutschjüdischen Pädagogen KURT HAHN (1886–1974) auf, für den Erziehung versagen würde, wenn nicht jeder Jugendliche durch sie zu seiner persönlichen Leidenschaft fände. Als Flow bezeichnet CSIKSZENTMIHALYI das ohne Selbstreflexion stattfindende, vollkommene Aufgehen in einer Tätigkeit, von der man das Gefühl hat, sie verlaufe vollkommen glatt, wie aus einer inneren Logik heraus. Ein Schritt geht dabei flüssig in den nächsten über. Die eigenen Kapazitäten sind voll ausgelastet und dennoch ist man sich sicher, den Ablauf des Geschehens gut unter Kontrolle zu haben. Eine willentliche Konzentration ist dafür nicht notwendig. Absorbiert vom reinen Tätigsein, vergisst man schließlich Raum und Zeit. Der Flow ähnelt etwas dem selbstvergessenen, explorativen Spielen von Kindern, das z. B. in der Reformpädagogik der MARIA MONTESSORI (1870–1953) eine zentrale Rolle spielt.
Seiten 71 - 73
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