Humankapital
Die unter der Flagge der Frankfurter Goethe-Universität segelnde Jury, die alljährlich das Unwort des Jahres kürt, war sich in 2004 einig: Nun ist das „Humankapital“ an der Reihe. Die Bezeichnung degradiere nicht nur die Arbeitskräfte in Betrieben, sondern mache den Menschen ganz allgemein zu einer nur noch ökonomisch interessanten Größe. Offensichtlich wollte die Jury an ihr Unwort des Jahrhunderts erinnern, das „Menschenmaterial“. Der Aufruhr bei Ökonomen und Sozialwissenschaftlern war beträchtlich. Die Blamage der Jury ebenfalls. Denn der Begriff Humankapital soll den Menschen eben nicht herabwürdigen, sondern vielmehr die Werthaltigkeit seines Wissens und seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten herausstellen.
Seiten 103 - 105
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