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Produktion  
20.08.2021

Insourcing als Konsequenz fehlender Kapazitäten

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern / ESV-Redaktion ConsultingBay
Eine interessante Konstellation: Der Kunde wird zum Unternehmenskäufer. (Foto: KonstantinYuganov/stock-adobe.com)
Wie Insourcing als Gegenstück zum etablierten Outsourcing ein Erfolgsfaktor sein kann, belegt ein kürzlich abgeschlossener Praxisfall.

Das Outsourcing, also das Auslagern von Wertschöpfungsprozessen, gilt als ein etabliertes Instrument, um die Versorgung mit Zulieferteilen flexibel und ohne Fixkosten zu kalkulieren. Beispielsweise haben im Industriesegment Druckgussteile aus Aluminium und Zink verschiedene Insolvenzen über die vergangenen Jahre zu einer Produktionsverknappung geführt. Das ist mit dem Effekt verbunden, dass mit dem Ausscheiden einzelner Marktteilnehmer die geringer werdende Nachfrage auf die dann weniger Verbleibenden entfällt.

Praxisfall zum Insourcing

Wenn es in der Folge aber bei einzelnen Produzenten zu Kapazitätsengpässen kommt, bedarf es der Gegensteuerung. Hier kommt dann ein Insourcing in Betracht, also das gezielte Hereinholen eigener Fertigung in den Wertschöpfungsprozess als ein probates Instrument zum Absichern der Produktion. Das zeigt ein kürzlich zum 1.8.2021 abgeschlossener Praxisfall:

Mit der Übernahme der Heuschkel Druckguss GmbH in Nürnberg durch die baden-württembergische Magenwirth Technologies Group wurde ein Signal für die Absicherung der Belieferung der notwendigen Kapazitäten vor Ort gegeben. Die Magenwirth, ein mittelständisches Unternehmen für die Komponentenentwicklung von Zweirädern, war bereits Kunde von der Druckgießerei Heuschkel, die auf Präzisionsdruckgussteile aus Aluminium und Zink spezialisiert ist.

Kunde als Unternehmenskäufer

Dass der Kunde zum Unternehmenskäufer wird, ist eine interessante Konstellation, resümierten Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Volker Böhm von der Nürnberger Kanzlei Schultze & Braun und der M&A-Berater Prof. Dr. Markus Exler von Quest Consulting. Die Strategieberatung Quest Consulting mit Sitz in Rosenheim unterstützt Insolvenzverfahren mit den Themen Unternehmensverkauf und Integrierte Planung.

Aufgrund deutlich verringerter Auftragseingänge hatte das 1911 gegründete Unternehmen Heuschkel im Februar 2020 einen Insolvenzantrag gestellt. Durch individuelle Vereinbarungen mit den großen Kunden war es möglich, den Geschäftsbetrieb im Insolvenzverfahren längere Zeit fortzuführen und Sanierungsmaßnahmen umzusetzen, teilt Quest Consulting mit.

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