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Macht

Während das englische „power“ Kraft signalisiert, wird das deutsche Wort „Macht“ reflexhaft mit Missbrauch, Besessenheit oder Unterdrückung in Verbindung gebracht. Dabei besteht überhaupt keine Einigkeit darüber, was Macht eigentlich bedeutet. Der Philosoph BERTRAND RUSSELL etwa definierte sie ganz allgemein als die „Herstellung beabsichtigter Effekte“ (RUSSELL 1938). Ähnlich ist die Vorstellung des Politologen ROBERT DAHL: „A besitzt Macht über B in dem Ausmaß, in dem er B veranlassen kann etwas zu tun, das er sonst nicht getan hätte“ (DAHL 1957). Der Soziologe NIKLAS LUHMANN sieht Macht ganz anders. Sie sei nicht etwas, das objektiv existiert und das man deshalb anstreben oder kontrollieren könne. Macht sei vielmehr, wie Geld, Liebe, Kunst und Sport, ein Kommunikationsmedium, das über ihre Symbole allgemein verständlich ist (LUHMANN 1988). Solche Medien erzeugten Ordnung in den verschiedenen gesellschaftlichen Systemen wie Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft: Durch ihren Code verwandelten sie unwahrscheinliche in erfolgreiche Kommunikation. Bei Paraden oder Empfängen, mit Hilfe von Fahnen oder Gedenktagen, durch Monumente oder Denkmäler könne man erfolgreich kommunizieren, dass hier Macht im Spiel ist.

Seiten 149 - 151