Resiliente Infrastrukturen – Perspektiven und Handlungsempfehlungen für ein vernetztes Resilienzmanagement
In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass wir in Zeiten multipler Krisen leben, die für die Infrastrukturen unserer Gesellschaft ernstzunehmende Bedrohungen darstellen. Um den Risiken von Klimawandelfolgen, Pandemien oder Kriegen zu begegnen, muss die Resilienz der Infrastruktursysteme gestärkt werden. Neben neu im Fokus stehenden Bedrohungsszenarien wie Cyberangriffen sowie Fehl- und Desinformationen stellen auch gesellschaftliche Veränderungen, wie beispielsweise der Fachkräftemangel, eine zunehmende Herausforderung dar. Staatliche Strukturen und Unternehmen müssen sich diesen vielfältigen Herausforderungen gleichermaßen stellen, um den jeweiligen Regelbetrieb aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus zeigt sich deutlich, dass Alltagssysteme auf reibungslose Abläufe im Regelbetrieb ausgerichtet sind. Es fehlt bisher an vielen Stellen eine organisationale Anpassungsfähigkeit für unvorhergesehene Ereignisse. Diese Fähigkeit wird in Zukunft eine zentrale Rolle spielen, um Betriebsunterbrechungen und Krisen flexibel begegnen zu können. Gleichzeitig werden Alltagssysteme in ihrer Gestalt und gegenseitigen Abhängigkeit zunehmend komplexer. Aufgrund dieser wachsenden Komplexität sind einzelne Akteurinnen und Akteure selten allein verantwortlich. Oftmals handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Abhängigkeiten. Die Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) gilt es dafür besonders in den Blick zu nehmen und die Stärkung ihrer Resilienz zu befördern.
Seiten 73 - 80
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