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Krisenmanagement  
24.03.2025

Sanierungskonzepte für die Automobilwirtschaft

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
Die Automobilbranche durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. (Foto: jeson/stock.adobe.com)
Die Automobilzuliefererbranche steht unter einem nie dagewesenen Transformationsdruck: Sanierungskonzepte sind dringend erforderlich.

Stagnierende Marktvolumina, ein fundamentaler Wandel der Wertschöpfungsketten und die Verschiebung der Marktanteile zugunsten asiatischer Anbieter verschärfen die Herausforderungen in der Automobilwirtschaft. In diesem schwierigen Umfeld sind formalgetriebene Sanierungskonzepte oft unverzichtbar.

Lösungsbeitrag Sanierungskonzepte

Sanierungskonzepte schaffen Orientierung und Sicherheit. Allerdings hängt ihr Erfolg entscheidend davon ab, wie sie ausgestaltet und umgesetzt werden. Ein Konzept, das nur auf dem Papier funktioniert, wird den Anforderungen der Realität nicht gerecht. Die nachfolgenden Strategie-Ansätze, die von Matthias Müller (Restrukturierungsexperte der Wieselhuber-Strategieberatung) empfohlen werden, können einem Sanierungskonzept die notwendige inhaltliche Schärfe verleihen.

Strategie-Ansätze für die Konzepterstellung

  • Präzises Stakeholder-Management: Der Erfolg eines Sanierungskonzepts hängt maßgeblich davon ab, wie gut es gelingt, die Interessen der verschiedenen Stakeholder (zum Beispiel Finanzgläubiger, Lieferanten, Mitarbeitende) einzubinden.
  • Belastbare Vergleichsrechnungen: Kernstück eines formalgetriebenen Konzepts sind realistische Vergleichsrechnungen. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage für Stakeholder, indem sie aufzeigen, wann und in welcher Art eine Restrukturierung der Insolvenz vorzuziehen ist.
  • Innovative Liquiditätsstrategien: Ein häufiges Problem ist die Sicherstellung kurzfristiger Liquidität. Hier können innovative Finanzierungsansätze wie Asset-based-Lending oder die Optimierung von Factoring-Limiten eine entscheidende Rolle spielen. Diese Maßnahmen können schnell finanzielle Stabilität schaffen, ohne die langfristige Finanzierung des Unternehmens zu gefährden.

Formalgetriebene Sanierungskonzepte sind als ein unverzichtbares Werkzeug zu verstehen, um Unternehmen in der Automobilzuliefererindustrie durch komplexe Krisensituationen zu führen. Wie das in der operativen Anwendung konkretisiert werden kann, erörtern Dr. Alexander Jaroschinsky und Dr. Gereon Hillert in ihrem Beitrag „Operating Leverage in der Automobilindustrie“ in der KSI-Ausgabe 2/25.

Krisenprävention Sanierungsberatung Insolvenzmanagement

Beratungsbedarf weiter hoch

Steigende Insolvenzzahlen werden Restrukturierern, Interim Managern und Insolvenzverwaltern auch 2025 weiter viele Beratungsaufträge bescheren. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen wie geopolitische Instabilität, Digitalisierung, KI-Einsatz, Nachhaltigkeitsanforderungen, Lieferkettensorgfaltspflichten und der Fachkräftemangel sind zu bewältigen. Doch leider bescheren nicht alle Restrukturierungsprojekte eine Rückkehr auf den Erfolgsweg.

Die Zeitschrift KSI verstärkt 2025 optisch und inhaltlich ihr Angebot. Der neue Titel Krisenprävention Sanierungsberatung Insolvenzmanagement und das neu formierte Herausgebergremium bieten Informationen zu Krisenprävention und Resilienz, zu Restrukturierung und Finanzmanagement sowie zu Insolvenz und noch mehr Best Practises, aktuelle Fallstudien und praktische Arbeitshilfen.