Die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten erfordern eine sichere Unternehmenssteuerung, die im Spannungsfeld von Globalisierung und Deglobalisierung standhält. Das erfordert den Auf- und Ausbau neuer Steuerungsinstrumente. In diesem Artikel werden Resilienz, Prognosefähigkeit und Flexibilität als Steuerungsgrundlagen im Zeitalter geopolitischer Spannungen skizziert. Das gibt die Basis, um in nachfolgenden Beiträgen die jeweiligen Steuerungsinstrumente zu vertiefen und deren Anwendung anhand von Fallstudien zu veranschaulichen.
Unternehmen der Chemieindustrie stehen vor tiefgreifenden Umbrüchen: Globale Wettbewerbsdynamiken, strukturelle Standortnachteile und volatile Märkte verändern Wertschöpfung und Geschäftsmodelle nachhaltig. Zugleich entstehen neue Wachstumschancen dort, wo Unternehmen Technologien schneller industrialisieren, Innovationskraft systematisch stärken und neue Geschäftsfelder erschließen.
Das gegenwärtig hochvolatile Wirtschaftsumfeld erfordert ein Höchstmaß an Fähigkeiten, mit unerwartet auftretenden Krisenlagen umzugehen. Aktuell besonders im Fokus stehende Lieferkettenrisiken sind nur ein Beispiel. Zu warnen ist aber vor unkoordiniertem Aktionismus, vielmehr muss über systematische und umfassende Krisenkommunikation der Strategieerfolg – auch rechtlich – abgesichert werden. Vor diesem Hintergrund zeigte sich anlässlich des diesjährigen Krisenkommunikationsgipfels der Tagungsleiter Frank Roselieb vom Kieler Krisennavigator in Hamburg am 18.3.2026 darin bestärkt, dass die Krisenkommunikation noch mehr Aufmerksamkeit verdient als zuletzt. Thema war dort, wie Unternehmen, Behörden, Verbände und Medien neuen Zukunftsoptimismus wecken und mit zielgerichteter Kommunikation erfolgreich aus der Krise kommen.
Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt als Instrument zur Bewältigung wirtschaftlicher Krisen und zur Unterstützung betrieblicher Restrukturierungen stark an Bedeutung. Auf der Basis qualitativer Experteninterviews zeigt der Beitrag, dass mit dem KI-Einsatz vor allem in datenintensiven und standardisierbaren Aufgaben – etwa in Finanzanalysen, Planung und Prozessoptimierung – deutliche Effizienzgewinne erzielt werden können. In komplexen, kommunikativen und normativ geprägten Situationen bleibt jedoch menschliches Urteilsvermögen zentral.
Restrukturierungs- und Transformationsprozesse verlaufen regelmäßig in einem sehr zeitkritischen Umfeld. Da liegt der KI-Einsatz besonders nahe, zumal in einer Expertenstudie eine viel schnellere Lösungsfindung bereits belegt werden konnte. Das gab Anlass, für den Bereich der Finanzplanung Fragen zu vertiefen: Unser Interviewpartner Dr. Gereon Hillert befasst sich in Kooperation mit Jens Henkel und Thomas Nicoll schon länger mit Modellen der KI-gestützten Finanzplanung und verfügt über Erfahrungen aus entsprechenden Praxis-Umsetzungen.
Mit Inkrafttreten des SanInsFoG vor fünf Jahren wurde der Zugang zur Eigenverwaltung neu geregelt. Dabei ist die Eigenverwaltungsplanung die zentrale Zugangsvoraussetzung für die Möglichkeit, Unternehmen bei Eintritt von Insolvenzantragspflichten in Eigenregie gerichtlich zu sanieren. Im Kern geht es dabei um die Aufstellung und Prüfung eines Finanzplans für sechs Monate. Die Insolvenzberatungspraxis sieht die deutlich gestiegenen Voraussetzungen, ohne dafür bislang ein einheitliches Vorgehen gefunden zu haben. Der folgende Beitrag soll Vorschläge unterbreiten, zugleich aber auch die erhöhten Anforderungen an den Finanzplan kritisch hinterfragen.
Das Lösen komplexer Verhandlungssituationen mit multiplen Stakeholdern – also Stakeholder-Management – ist eine Kernaufgabe der Sanierungsberatung. Auch wenn Sanierungsberater viele dieser Situationen mithilfe langjähriger Erfahrung intuitiv lösen können, wird es immer wieder Situationen ohne „Patentrezept“ geben. Die pragmatische Anwendung der Spieltheorie kann helfen, komplexe Stakeholder-Situationen in der Sanierung besser zu verstehen und konkrete Strategien z. B. für Kooperationslösungen abzuleiten.
Im Studium nahezu gänzlich außen vor und auch in der Referendariats-Arbeitsgemeinschaft höchstens ein Schattendasein pflegend, ist das Insolvenzrecht vielen Referendaren und Neu-Volljuristen ein Exotikum, zumal die Materie in den Staatsprüfungen Seltenheitswert genießt. In der Praxis gibt es jedoch kaum ein juristisches Berufsfeld, in dem man nicht mit insolvenzrechtlichen Bezügen in Berührung kommt. Egal ob durch einen Mandanten, der Insolvenzgläubiger ist, in der Konfrontation mit einer Insolvenzanfechtung oder als Zivilrichter: Überall hat einen Wissensvorteil, wer sich bereits im Referendariat mit der Thematik befasst – Anlass genug also, eine Station beim Insolvenzverwalter zu beleuchten.
In Zeiten mit zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geraten auch gemeinnützige Organisationen nicht selten in unruhiges Fahrwasser. Den handelnden Organen stellt sich dann die Frage, ob sie ihre gemeinnützigen Zwecke noch erfüllen können oder eine Auflösung in Betracht zu ziehen ist bzw. gar die Insolvenz beantragt werden muss. Aus Anlass des BFH-Beschlusses vom 30.7.2025 (Az.: V B 3/24) soll nachfolgend dargestellt werden, wie es sich in solchen Fällen mit der steuerlichen Gemeinnützigkeit verhält.
+++ Haftungsrisiken der Geschäftsleitung bei unzureichendem Krisenmanagement +++ DDIM Marktstudie 2026: Interim Management in anspruchsvollem Marktumfeld +++ Familienunternehmen in der Krise +++ Steigende Ausfallraten +++ Disruption als struktureller Dauerzustand +++ BMF-Anwendungsfragen zu § 55 Abs. 4 InsO +++ Neue Vorschriften für Bankinsolvenzen +++
+++ Forderungsabtretung und Verjährungseinredeverzicht +++ Verfassungsmäßigkeit von StaRUG-Regelungen +++ Anspruch des insolventen Auftragnehmers auf Bauhandwerkersicherung +++ Umsatzsteuer und Transfergesellschaft +++ Arbeitsrecht: Fehler bei Massenentlassung +++ SGB: Verpflichtung des Insolvenzverwalters zur Erteilung von Insolvenzgeldbescheinigungen +++
+++ Büchermarkt (140) +++ Zeitschriftenspiegel (141) +++ Veranstaltungen (142) +++ ESV-News (143) +++ Autoren-Informationen (144) +++
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2944-7143 |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-04-24 |
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